Münzen, Medaillen, Banknoten und Notgeld
in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek

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Münzen und Medaillen

Den Grundstock der Münz- und Medaillensammlung der Landesbibliothek bildet die Langesche Sammlung. Sie war eine Schenkung des Ingenieurs Christian Lange (1845-1914) an die "Historische Landeshalle". Sie umfaßte bei der Übergabe 1284 Münzen und 1151 Medaillen. Neben einigen wenigen mittelalterlichen Prägungen enthielt die Sammlung vornehmlich die zum Umlauf in Schleswig und Holstein bestimmten Münzen und die zu besonderen Anlässen geprägten Medaillen der verschiedenen Landesherren, d. h. der Könige von Dänemark als Herzöge von Schleswig und Holstein, der Gottorfer Herzöge (mit ihrer Nebenlinie der Fürstbischöfe von Lübeck), der Sonderburger Herzöge und der Grafen von Holstein-Pinneberg sowie der Prägungen der kurze Zeit reichsunmittelbaren Grafschaft Rantzau.

Einen weiteren Schwerpunkt der Sammlung bildeten Medaillen auf schleswig-holsteinische Personen, Orte und Ereignisse, die in solcher Vielfalt an keiner anderen Stelle gesammelt zu finden sind. Hingegen sind die Prägungen der Herzöge von Sachsen-Lauenburg und die im Königreich Dänemark umlaufenden Münzen kaum vertreten, ebensowenig die Münzen der Hansestädte Lübeck und Hamburg.

Lange erarbeitete selbst einen gedruckten Katalog seiner Schenkung. Dieser enthält außer Beschreibungen und Abbildungen der Stücke geschichtliche, genealogische und münzgeschichtliche Anmerkungen sowie Untersuchungen der Münzstätten, Münzbeamten und Medailleure.
Die Sammlung ist kontinuierlich erweitert worden und umfaßt etwa 1600 Münzen und etwa 1800 auch aktuelle Medaillen.

Papiergeld und Notgeldscheine

Durch testamentarische Verfügung von Dr. Jens-Uwe Karl Rixen, Kiel, erhielt die Landesbibliothek im Jahr 2000 eine Sammlung von schleswig-holsteinischen, dänischen, norwegischen und schwedischen Münzen, die die Langesche Sammlung ergänzt, sowie eine sehr umfangreiche Notgeldsammlung Schleswig-Holstein, Lübeck und Hamburg, die den Namen Notgeldsammlung Dr. Rixen tragen soll. Sie umfasst etwa 8000 Scheine, beginnend mit dem frühesten Notgeld unseres Landes vom Anfang des 19. Jh. über die Seriengeldscheine von 1916 bis 1922 bis hin zu dem Inflationsnotgeld von 1923. Von Nordschleswig bis nach Lauenburg ist fast jeder Ort vertreten.

Durch eine Schenkung der Geldsammlung der HSH-Nordbank, ehedem Landesbank Schleswig-Holstein, verfügt die Landesbibliothek seit August 2005 außerdem über die umfangreichste und vollständigste Notgeld-Sammlung zu Schleswig-Holstein und Hamburg: die Sammlung Dr. Rasmussen. Die Konzentration dieser bedeutsamen Sammlungen von schleswig-holsteinischen Münzen, Medaillen und Papiergeldbeständen bildet eine einmalige Grundlage für numismatische und geldgeschichtliche Forschungen.

Zur Sammlung Dr. Rasmussen gehören eine Notgeldsammlung zu Schleswig-Holstein und Hamburg von 1812 - 1948, ein Bestand regulärer Geldscheine aus den Herzogtümern (Talerscheine) und ein Fundus deutscher Banknoten. Die Sammlung Dr. Rasmussen ist wegen ihrer einmaligen Dokumentation geldgeschichtlicher und kultureller Zeugnisse ins Denkmalbuch des Landes Schleswig-Holstein eingetragen. Sie wird künftig für wissenschaftliche Forschungszwecke und in Ausstellungen einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert.

Die Notgeldsammlung ist geografisch auf das Gebiet Schleswig-Holstein und Hamburg in seiner größten geschichtlichen Ausdehnung begrenzt. Sie ist primär nach kreisfreien Städten, Landkreisen und sekundär nach Notgeldperioden und Ausgabeorten sortiert und auf sogenannte Notgeldgrundformen ausgerichtet. Von den bekannten 3850 Grundformen liegen etwa 85% im Original vor, weitere in Kopie. Viele sind nicht überliefert und nur aus den Quellen bekannt.

Notgeld ist alles, was bei akutem Mangel an passenden Zahlungsmitteln als behelfsmäßger Ersatz gedient hat. Das sind außer Notgeldscheinen auch amtliche Notmünzen, Briefmarkengeld und andere Wertzeichen, die dem öffentlichen Zahlungsverkehr gedient haben.

Benutzung

Viele Exemplare der Sammlung sind auf der ganzen Welt nur in wenigen Stücken oder gar einmal vorhanden. Der Wunsch mancher Sammler, gerade von solchen Stücken Fotokopien oder Fotos zu bekommen, ist verständlich. Aber jedes Herausnehmen gefährdet das Stück durch Bewegung und Lichteinwirkung. Daher steht die Sicherungsverfilmung bzw. Digitalisierung der Sammlung als wichtige Aufgabe an. Zugleich ist ein elekrtonischer Katalog zu erstellen, um eine erleichterte Benutzung vor Ort und über Internet zu ermöglichen.

Münzen, Medaillen und Geldscheine werden in gesicherten klimatisierten Magazinen verwahrt und an überwachten Arbeitsplätzen zur wissenschaftlichen Forschung bereitgestellt.
Die Benutzung ist nach Voranmeldung möglich: 0431/69677-12

Publikationen:

  • Lange, Christian: Chr. Lange's Sammlung schleswig-holsteinischer Münzen und Medaillen, 2 Bde., Berlin 1908-1912
  • Rixen, Jens-Uwe: Notgeld im Kieler Raum 1812-1948
    1. Ausgaben der Stadt Kiel, der Provinz Schleswig-Holstein und der Reichsbehörden. Kiel : Landesbank Schleswig-Holstein, Girozentrale, 1992
  • Sammlung Dr. Rasmussen: Die Notgeldperioden (1985).
    (Zur Notgeldgeschichte und Bedeutung der Perioden für die Charakterisierung der Notgeldstücke).
  • Sammlung Dr. Rasmussen: Die Notgeldausgabeorte (1986).
    (Auflistung der Ausgabeorte alphabetisch und nach Kreisen).
  • Sammlung Dr. Rasmussen: Die Notgeldgrundformen (1987).
    (Auflistung der bekannten Notgeldgrundformen, primär nach heutiger Gebietseinteilung, sekundär nach den Notgeldperioden; gleichzeitig Fehlliste: Stand 1987).

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